31. Oktober 2017

Was ist neu in ArcGIS?

Der Esri Developer Summit Europe ist Geschichte. geo7 war an der dreitägigen Konferenz vertreten und erfuhr aus erster Hand, welche technischen Neuigkeiten von Esri zuletzt realisiert wurden oder in Kürze geplant sind. Die spannenden Vorträge und anschaulichen Demos beinhalteten auch die eine oder andere Überraschung.

Der diesjährige Esri DevSummit Europe fand letzte Woche in Berlin statt. Über 300 Entwickler aus ganz Europa nutzten die Gelegenheit, die neusten technischen Entwicklungen und Trends rund um ArcGIS zu erfahren. Die Inhalte umfassten die gesamte erweiterbare Esri Produktefamilie von ArcGIS Desktop / Pro über ArcGIS Enterprise / Online bis zur Runtime. Für geo7 war Nicolas Lenz in Berlin dabei und fand in den Vorträgen einige Highlights:

 

ArcGIS Pro

Auch in der heutigen Zeit arbeiten viele GIS-Nutzer Desktop-orientiert. Esri trägt diesem Umstand Rechnung, indem mit ArcGIS Pro auch in Zukunft ein leistungsstarkes Werkzeug für Geodatenbearbeitungen und -analysen zur Verfügung steht. Auch geo7 setzt ArcGIS Pro in zahlreichen Projekten ein. Überzeugt hat das Werkzeug bisher insbesondere durch die verbesserte Oberfläche. Sie ist kontextsensitiv und bleibt responsive, wenn im Hintergrund noch Verarbeitungen laufen oder z.B. die Karte neu gezeichnet wird. Erfreulich ist, dass bereits seit längerer Zeit sämtliche wichtigen Geoprocessing-Funktionen in ArcGIS Pro zur Verfügung standen. Auch von den übrigen Funktionalitäten und Benutzerführungen, die aus ArcGIS Desktop bekannt sind, wurden die meisten bereits umgesetzt.

Für die Weiterentwicklung von ArcGIS Pro gab es in Berlin zahlreiche Vorträge zur ArcGIS Python API und zur ArcGIS Pro SDK.

Highlights:
Multithreading, Anbindung ans WebGIS, Pythonscripts (arcpy) sind einfach nach Pro migrierbar, ArcGIS Pro SDK (zur Entwicklung von Pro AddIns)

Drawbacks:
Kinderkrankheiten, Fehlende Export-Funktion für MXDs, Symbologie-Dialog (finde nur ich den so unintuitiv?)

 

Apps

Esri stellt einige Apps (Collector, Survey123, Workforce, etc.) pfannenfertig zur Verfügung. Um sie zu nutzen ist keine Entwicklung, sondern lediglich Konfiguration erforderlich. geo7 hat bisher besonders die Collector App eingesetzt. Aber die Kombination mit der Workforce App und dem Navigator ist im Grunde genommen eine mächtige und logische Erweiterung.

Am DevSummit lag aber mehr die Entwicklung eigener Apps im Fokus. Hierfür bietet Esri zum einen das AppStudio oder aber die verschiedenen Runtime SDKs an.

Highlights:
Workforce App

Drawbacks:
Lizenzierung (Named Users)

 

WebGIS

Die Architektur der Esri Produktepalette ist im Wandel. Das neue Pattern heisst WebGIS und wird konsequent in allen Komponenten umgesetzt. Am klarsten sichtbar ist es natürlich in ArcGIS Enterprise (ehemals ArcGIS Server) bzw. ArcGIS Online. Für die Entwicklung von Webapplikationen stehen der Web AppBuilder zur Verfügung, sowie verschiedene APIs. Bevorzugte Sprache ist JavaScript, die dazugehörende API erfuhr zuletzt auch am meisten Neuerungen (Versionen 4.x mit Fokus auf 3D-Maps).

geo7 hat seit dem ersten Release von ArcGIS Online WebMaps und WebApps in Betrieb. Mit jedem Update kamen neue Funktionen hinzu, viele davon gut auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten. Wermutstropfen waren ArcGIS Online Updates, welche nicht immer reibungslos verliefen. Es kam vor, dass eine laufende Applikation nach einem Update nicht mehr funktionstüchtig war. Um dieses Problem auszuschliessen, bietet Esri allerdings Hand (auf Anfrage ist vor einem Update ein Zugriff auf die neue Version denkbar).

Grundpfeiler der WebGIS Architektur ist die REST API. Wer hätte gedacht, dass tatsächlich ein REST-Vortrag für die beste Unterhaltung am DevSummit gesorgt hat. Maarten van Hulzen und Mark Jagt von Esri Nederland versuchten den Beweis zu erbringen, dass man selbst mit der "dümmsten" Software über die REST-Schnittstelle Informationen aus ArcGIS Online abfragen kann. Die Aufrufe aus Python und C# heraus dienten bloss als Einführung. Spannender war die Einbettung eines REST-Aufrufes in die Kindersoftware Scratch. Auch auf der LED-Anzeige eines Raspberry Pi Boards wurden Informationen aus ArcGIS Online angezeigt. Und spätestens beim Aufruf von ArcGIS Online aus einem Excel Spreadsheet heraus wurde der Beweis gemeinhin anerkannt.

Highlights:
Architektur, Verfügbarkeit (ArcGIS Online), REST API, Web AppBuilder, JavaScript 4.x API

Drawbacks:
ArcGIS Online Updates