01. September 2021

Starkniederschläge und Einsatzplanung von Feuerwehren auf lokaler Ebene

In einem Pilotprojekt erarbeitete geo7 quantitative Schwellenwerte für Starkniederschläge im Kanton Zürich. Diese Schwellenwerte sind hilfreich bei der Optimierung der Einsatzplanung auf kantonaler Ebene. In einer Folgestudie sollten nun für einzelne Gemeinden des Kantons Zürich lokale Niederschlagsschwellenwerte bestimmt werden, um einen Mehrwert für lokale Einsatzkräfte zu schaffen.

Ausgangslage
Starkniederschläge stellen für die Einsatzkräfte von Feuerwehren eine Herausforderung dar. geo7 erarbeitete 2018 im Rahmen des Projekts Klimawandel und Bevölkerungsschutz quantitative Schwellenwerte für Niederschläge, bei deren Überschreitung im Kanton Zürich mit einer Häufung von Einsätzen zu rechnen ist. Diese Schwellenwerte helfen bei der Optimierung der Einsatzplanung auf kantonaler Ebene. Die Studie wurde im Auftrag des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS) und im Rahmen des National Center for Climate Services (NCCS) erarbeitet.

Ziele
In einer Folgestudie untersuchte geo7 nun die Gültigkeit der kantonalen Niederschlagsschwellenwerte auf lokaler Ebene. Für einzelne Gemeinden und Regionen des Kantons Zürich sollten lokale Niederschlagsschwellenwerte bestimmt werden, um einen Mehrwert für lokale Einsatzkräfte zu schaffen.

Von der kantonalen zur lokalen Ebene: Suche nach Schwellenwerten für den Niederschlag, deren Überschreitung zu einer Häufung von Einsätzen führt
Von der kantonalen zur lokalen Ebene: Suche nach Schwellenwerten für den Niederschlag, deren Überschreitung zu einer Häufung von Einsätzen führt
 

Vorgehen
Aus dem Datensatz der kantonalen Studie wurden Daten für den Zeitraum von 11/2012 bis 01/2018 verwendet. Dieser Zeitraum umfasst 7'400 Einsatzdaten mit entsprechenden Angaben zum Niederschlag.

Mit Hilfe von Interviews mit Vertretern ausgewählter Ortsfeuerwehren wurde untersucht, ob bei Ortsfeuerwehren kritische Einsatzhäufungen auftreten, durch welche Faktoren diese beeinflusst werden und ob lokale Einsatzschwellenwerte festgelegt werden können. Daraufhin sollten lokale bzw. regionale Niederschlagsschwellenwerte hergeleitet werden.

Ergebnisse
Die Interviews zeigten, dass im Untersuchungszeitraum Engpässe beim Material im Bedarfsfall pragmatisch durch private/informelle Quellen überbrückt wurden. Engpässe bei der Bewältigung der Einsätze konnten im Fall einer Einsatzhäufung durch Priorisierung und sequentielles Abarbeiten vermieden werden. 

Für einzelne Gemeinden und Regionen, in denen mehrere aussergewöhnliche Niederschlagsereignisse aufgetreten sind, konnten Niederschlagsschwellenwerte, vergleichbar zu denen der kantonalen Studie, abgeleitet werden.

Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse der lokalen Studie unterstreichen die Bedeutung der Dokumentation von Einsätzen für eine langfristige Optimierung der Abläufe im Bevölkerungsschutz. Sie zeigen, dass Niederschlagsschwellenwerte vor allem auf regionaler und kantonaler Ebene Aussagekraft haben und einen Mehrwert bieten können. Auf lokaler Ebene sind die Unsicherheiten für die Herleitung quantitativer Schwellenwerte im Moment noch zu gross.

Dokumente
Der vollständige Bericht Starkniederschläge und Einsatzplanung auf lokaler Ebene ist über das Bundesamt für Bevölkerungsschutz verfügbar oder kann rechts, unter Dokumente heruntergeladen werden. Auf der Homepage des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz finden Sie unter der Rubrik Bevölkerungsschutz und Klimawandel zusätzlich die vollständigen Unterlagen zur kantonalen Studie.