21. Dezember 2020

Praxishilfe Murgang- und Hangmurenschutznetze

Murgang- und Hangmurenschutznetze sind in der Schweiz erst seit einigen Jahren auf dem Markt verfügbar und ergänzen das Massnahmenspektrum zum Schutz vor Naturgefahren. Die soeben publizierte Praxishilfe bündelt das vorhandene Wissen im Umgang mit diesen Netzbarrieren und stellt die Anwendung und Projektierung ins Zentrum. Die Praxishilfe wurde im Auftrag des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) und des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) erarbeitet und als WSL Bericht publiziert.

Murgang- und Hangmurenschutznetze ergänzen das Massnahmenspektrum

Aufgrund der kurzen Vorwarnzeiten und hohen Kräfte sind bei Murgängen und Hangmuren oftmals bauliche Schutzmassnahmen erforderlich und je nach Situation können Netzbarrieren zum Einsatz kommen. Charakteristisch für diese Netze ist, dass gröbere Feststoffe zurückgehalten werden, Wasser und Feinstoffe das Geflecht jedoch durchfliessen können und dadurch das Murgang- und Hangmurenmaterial drainiert wird. Neben dem Geschieberückhalt bieten sich weitere Einsatzmöglichkeiten für Netzbarrieren an, z. B. bei der Stabilisierung einer Bachsohle oder zur Umlenkung des Gefahrenprozesses.

Murgangschutznetz im Trachtbach (links, Quelle: Geobrugg AG) und Hangmurenschutznetz am Baltisberg (rechts, Quelle: Pfeifer-Isofer AG)

Die Praxishilfe schafft einen Überblick zum Stand der Technik

Murgang- und Hangmurenschutznetze sind relativ neue Massnahmenarten und Erfahrungen sowie Knowhow waren bisher noch keinem allgemeinen Fachpublikum zugänglich. Die neue Publikation schliesst diese Lücke und richtet sich an Planer, Behörden und Auftraggeber. Die Praxishilfe schafft eine Übersicht zum Stand der Technik von Murgang- und Hangmurenschutznetzen in der Schweiz. Zentrale Themen sind die Anwendung und ihre Grenzen sowie die Dimensionierung und Bemessung von Murgang- und Hangmurenschutznetzen. Entscheidungshilfen unterstützen in der Frage, ob in der jeweiligen Situation eine Netzbarriere ein zweckmässiges Schutzbauwerk ist und welche Aspekte in Planung und Realisierung zu berücksichtigen sind. Dabei wird auch aufgezeigt, dass für einen langfristigen Einsatz Schutzbautenkontrolle und Unterhalt wie bei allen Schutzbauwerken unabdingbar sind.

Schematische Ansicht eines Murgangschutznetzes (Quelle: Praxishilfe Murgang- und Hangmurenschutznetze, WSL Bericht 102 / 2020 )

Ein Gemeinschaftswerk für die Praxis

Autorinnen und Autoren der Praxishilfe sind Catherine Berger (Projektleitung), Christoph Graf, Matthias Denk, Lisa Stieglitz und Corinna Wendeler. Die Erarbeitung erfolgte im Auftrag des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) und des Bundesamtes für Umwelt (BAFU). Durch die enge Zusammenarbeit mit der Begleitgruppe konnten wir bei der Erarbeitung vom umfassenden Knowhow von weiteren Expertinnen und Experten zum Thema Murgang- und Hangmurenschutznetze profitieren. Ein grosser Dank gilt somit allen, welche zu diesem Gemeinschaftswerk beigetragen haben: von der Praxis – für die Praxis!

Die Publikation liegt als WSL Bericht vor

geo7 durfte bei der Erarbeitung der Praxishilfe an vorderster Front mitarbeiten und wir freuen uns, dass die Publikation der Praxis übergeben werden kann.
Das Dokument ist als PDF unter dem folgenden Link frei verfügbar:

Weitere Informationen gibt es zudem im NEWS-Beitrag der WSL.

Wir wünschen angenehmen Lektüre und bei Fragen steht Catherine Berger gerne zur Verfügung.