04. Januar 2016

Notfallplanung Naturgefahren Kanton Bern

Notfallplanungen richten sich als notwendiger Bestandteil des integralen Risikomanagements an Einsatz- und Führungsorgane. In der Notfallplanung werden organisatorische Massnahmen festgelegt, die vor und während einem Naturgefahrenereignis ausgeführt werden, um das Schadenausmass möglichst zu begrenzen.

Die Notfallplanung bietet die erforderliche Führungs- und Einsatzgrundlage, um in den ersten Stunden bis Tagen eines Ereignisses angemessen zu agieren und zu reagieren sowie Personal und Material verhältnismässig einzusetzen. Gleichzeitig lassen die in der Notfallplanung vorgesehenen Massnahmen, welche vorbehaltene Entschlüsse darstellen, der Einsatzleitung und dem Führungsstab genügend Spielräume offen für eigene, situative Entscheidungen. Der Faktor Zeit ist bei jeder Notfallplanung ein Schlüsselelement, unter anderem für die Sicherheit der Einsatzkräfte. Schadenereignisse können mit einer entsprechenden Planung nicht verhindert werden, jedoch können sich die Einsatzkräfte durch vorbereitete und eingeübte Abläufe im Ereignisfall mehr Zeit und Übersicht verschaffen. Dies ist schadenmindernd und unter Umständen lebensrettend.

Der Aufbau von Notfallplanungen ist standardisiert. Dies gewährleistet die Qualität der getroffenen Massnahmen. Die im ganzen Kanton Bern einheitlich erarbeiteten und dargestellten Notfallplanungen erleichtern ausserdem die gemeindeübegreifende Zusammenarbeit der Einsatzkräfte sowie deren Zusammenwirken mit externem Fachpersonal (z.B. von Bund, Kanton oder privaten Büros) (siehe auch Notfallplanung, Kanton Bern).

Drei Ereignis- und Interventionsphasen werden in einer Notfallplanung unterschieden:

geo7 erarbeitet zusammen mit Gemeinden und Einsatzkräften und in Begleitung von Bund und Kanton Notfallplanungen. Der Ablauf dieser Arbeit kann in vier Schritten beschrieben werden (siehe "Erfolgreiche Notfallplanung bei Naturgefahren" unter Dokumente, rechts).

  • Vorhandene Grundlagen wie u.a. Gefahren- und Intensitätskarten, Ereigniskataster sowie das Wissen der lokalen Einsatzkräfte bilden die Basis für die Identifizierung relevanter Schwachstellen.
  • Vor Ort werden die Schwachstellen und Gefahrenquellen diskutiert und mögliche Massnahmen von lokalen Interventionskräften erarbeitet und definiert. geo7 steht den Interventionskräften dabei mit grosser naturgefahren- und interventionstechnischer Erfahrung und Wissen beiseite und protokolliert die definierten Massnahmen inkl. Personal- und Materialbedarf in Wort und Bild.
  • Aufgrund der vor Ort besprochenen Massnahmen stellt geo7 schliesslich einen Entwurf des Dossiers Notfallplanung inkl. Karten zusammen, der von allen Beteiligten geprüft wird. Damit die Notfallplanung ein optimales Führungsmittel für den Einsatzleiter bilden kann, ist der Konsens zwischen allen Beteiligten und deren Identifikation mit dem Produkt von grosser Bedeutung. 
  • Die in der Notfallplanung definierten Abläufe und Massnahmen werden nun von den Interventionskräften regelmässig überprüft, aktualisiert und geübt und tragen so zum ganzheitlichen Management von Naturereignissen bei.

Folgende Notfallplanungen wurden bereits erfolgreich mit der Unterstützung von geo7 erarbeitet:

  • Notfallplanung Gemeinde Eriswil: Langete und Schwändibach; Phase Intervention (2011)
  • Notfallplanung der folgenden Gemeinden
    Steffisburg (2015)
    Trachselwald (2015)
    Hasle, Rüegsau und Lützelflüh (2015)
    Seeberg (2016)
    Oberburg (2017)
    Burgdorf (2017)
    Biel (2017)