13. November 2018

Klimawandel und Bevölkerungsschutz

Aufgrund des Klimawandels wird von einer Zunahme der Wetterextreme sowohl hinsichtlich Häufigkeit als auch Intensität ausgegangen. Dies stellt direkte Herausforderungen an den Bevölkerungsschutz dar: Sowohl das zu erwartende Schadenausmass als auch Häufigkeit und Umfang der Interventionen von Einsatzkräften werden ansteigen.

Im Rahmen des National Centre for Climate Services NCCS und im Auftrag des Bundesamts für Bevölkerungsschutz BABS untersuchte geo7 den Zusammenhang von Starkniederschlägen und Einsätzen von Schutz & Rettung Zürich.

Projektablauf: Einsatzdaten, Niederschlagsdaten und weitere erklärende Variablen werden in eine Geodatenbank integriert, Schwellenwerte aufgrund statistischer Analysen hergeleitet und zukünftige Entwicklungen abgeschätzt.

Projektablauf: Einsatzdaten, Niederschlagsdaten und weitere erklärende Variablen werden in eine Geodatenbank integriert, Schwellenwerte aufgrund statistischer Analysen hergeleitet und zukünftige Entwicklungen abgeschätzt.

 

Auf der Basis von über 16‘000 Einsatzdaten von Schutz & Rettung Zürich zwischen 2005 – 2018, die im Zusammenhang mit Wassergefahren standen, wurde Folgendes untersucht:

  • Abhängigkeiten der Einsätze vom Niederschlag:
    Aufzeigen ab welcher Niederschlagsmenge mit einer grösseren Zahl von Einsätzen zu rechnen ist.
  • Veränderungen der Einsätze in den nächsten 20 Jahren:
    Abschätzen, wie sich die Zahl der Einsätze aufgrund des Klimawandels und weiterer Faktoren entwickeln wird.

 

Quantitativer Zusammenhang zwischen Einsätzen und Niederschlag

Die Analyse zeigt, dass ein quantitativer Zusammenhang zwischen Niederschlag und Feuerwehreinsätzen besteht. Dabei muss zwischen kurzen Starkniederschlägen und langandauernden Niederschlägen unterschieden werden. Die hergeleiteten Schwellenwerte erlauben es Schutz & Rettung Zürich, sich im Rahmen der Einsatzplanung gezielter auf Niederschlagsereignisse vorzubereiten.

Zusammenhang zwischen Starkniederschlägen und Einsätzen von Schutz & Rettung Zürich.
Zusammenhang zwischen Starkniederschlägen und Einsätzen von Schutz & Rettung Zürich.

 

Grosse Bedeutung von Oberflächenabfluss

Der Einbezug der Gefahrengrundlagen verdeutlicht die grosse Bedeutung des Oberflächenabflusses auf die Gefährdungssituation und somit die Einsatztätigkeit von Schutz & Rettung Zürich.

Zusammenhang zwischen Einsätzen und den Gefahrenprozessen Hochwasser und Oberflächenabfluss.
Zusammenhang zwischen Einsätzen und den Gefahrenprozessen Hochwasser und Oberflächenabfluss.

 

Künftige Herausforderungen für die Einsatzkräfte

In naher Zukunft (ca. 20 Jahre) stellt die Siedlungs- und Bevölkerungsentwicklung eine grössere Herausforderung für Schutz & Rettung Zürich dar als der Klimawandel.

Künftige Entwicklung der Einsätze aufgrund von Klimawandel und Bevölkerungsentwicklung.
Künftige Entwicklung der Einsätze aufgrund von Klimawandel und Bevölkerungsentwicklung.

 

Die von geo7 in dieser Studie entwickelte Methodik erlaubt deren Anwendung in anderen Regionen, oder kann als Grundlage für weitere vergleichbare Fragestellungen, beispielsweise Hitze, Sturm oder Hagel eingesetzt werden.

Wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts war der Einbezug von Stakeholdern aus Stadt, Kanton, Bund, Versicherung und Wissenschaft. Besonderer Dank für das hochwertige, zur Verfügung gestellte Datenmaterial gilt:

 

Weitere Informationen zum Projekt Bevölkerungsschutz und Klimawandel finden Sie im entsprechenden Flyer und auf der neuen Webplattform rund um Klimadienstleistungen des NCCS. Der vollständige Bericht Starkniederschläge und Einsatzplanung von Schutz & Rettung Zürich wird anfangs 2019 publiziert und auf der Homepage des Bundesamts für Bevölkerungsschutz einsehbar sein.